Image

Das Schiff

Die faszinierende Geschichte einer Hamburger Ikone

Die Stadtbarkasse „PIEP“ ist nicht einfach nur ein Schiff, sondern ein lebendiges Stück Hamburger Geschichte. Alles begann im Jahr 1925, als Christian Haalk, ein ambitionierter Wassertaxiunternehmer, die Barkasse in Auftrag gab. Am 18. April desselben Jahres wurde die Barkasse unter dem Namen „Hammonia II“ ins amtliche Binnenschifffahrtsregister eingetragen. Angetrieben wurde sie damals von einem 16 PS starken Benzinmotor, der sie sicher durch die Gewässer des Hamburger Hafens führte.

Doch die Zeiten änderten sich, und mit ihnen auch das Schiff: Am 25. Juni 1925 fiel das „II“ aus dem Namen, und aus „Hammonia II“ wurde einfach „Hammonia“. Am 8. April 1940 wurde das Herzstück der Barkasse, der Motor, ausgetauscht: Ein moderner Dieselmotor mit 30 PS brachte neue Kraft in das 15-jährige Schiff. Schon bald darauf, im Jahr 1948, wurde ein noch leistungsstärkerer Motor mit 48 PS eingebaut, der die Barkasse auf Touren brachte. Zu dieser Zeit diente sie nicht nur als Wassertaxi, sondern bewies auch ihre Stärke als gelegentlicher Schlepper.

Am 17. Mai 1955 schlug die Stunde eines neuen Kapitels: Helmut Kaus, ein erfahrener Barkassenvermieter, erwarb das Schiff und gab ihr den charmanten Namen „PIEP“. Der Name ist hergeleitet vom norddeutschen Wort "Piep" für "Pfeife". Über die Jahre wechselte die „PIEP“ mehrfach den Besitzer, bis sie am 21. November 1991 schließlich in den Händen der Firma Günter Ehlers Barkassen-Zentrale landete. Fortan war sie bei Hafenrundfahrten und Sonderfahrten im Hamburger Hafen unterwegs und begeisterte Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Ein weiterer bedeutender Wendepunkt in der Geschichte der „PIEP“ folgte am 3. Januar 2000: Das Jugendaufbauwerk Geesthacht erwarb die Barkasse mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein. Im Rahmen einer besonderen Qualifizierungsmaßnahme, gefördert durch die Bundesanstalt für Arbeit, wurde das historische Schiff von 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 24 Jahren unter der fachkundigen Anleitung von Werner Hinsch vom Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg liebevoll restauriert und umfassend aufbereitet. Nach einem Jahr harter Arbeit konnte die „PIEP“ am 20. August 2001 wieder stolz zu Wasser gelassen werden, bereit für neue Abenteuer.

Seitdem steht die „PIEP“ für Ausfahrten zur Verfügung, gepflegt und gehegt vom engagierten Förderkreis. Im Herbst 2023 musste die alte Dame wieder in die Werft. Dabei wurde der Rumpf gründlich untersucht und ausgebessert, sodass ihr Schiffszeugnis erneuert werden konnte.

Die „PIEP“ ist nicht nur ein Schiff, sondern ein Symbol für die maritime Geschichte Hamburgs und Geesthachts – lebendig, beeindruckend und voller Geschichten.